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Bis zum April 2009 war L'Aquila eine sprühende regionale Hauptstadt mit regem kulturellen Leben, einer wunderschönen barocken Altstadt und großartigen historischen Monumenten.
Das Zentrum des Erdbebens, das am 6. April um 3.32 Uhr nachts die Gegend erschütterte, befand sich 5 km südwestlich des Stadtzentrums und hatte eine Stärke von 5,8 auf der nach oben offenen Richterskala. Das Erdbeben forderte 299 Todesopfer, zudem mussten ca. 28.000 Obdachlose in Zeltstädten und Hotels der Adriaküste untergebracht werden. Insgesamt sind von den Erdstößen bis zu 15.000 beschädigt oder unbewohnbar gemacht worden.
Neun Monate nach dem verheerenden Beben gleicht die einstmalige Kulturstadt immer noch einer Geisterstadt. Vor dem Beben lebten bis zu 30.000 Einwohner in der Altstadt, darunter 8.000 Studenten, die der Stadt ein junges und lebendiges Ambiente gaben. Heute haben ein Großteil der ehemaligen Bewohner zwar in dem schnell aufgebauten Kranz aus umgebenden Siedlungen eine Wohnstatt gefunden, die Altstadt bleibt jedoch leer. Kritische Stimmen fragen, ob es nicht besser gewesen wäre, die Tausende leicht- und mittelschwer beschädigten Wohnungen der Altstadt zu restaurieren anstatt auf eine Peripherie von komplett neu gestalteten Vororten zu setzen.

Gegründet wurde die Stadt von Konrad IV. im Jahre 1254 als Bollwerk gegen den Kirchenstaat und ist damit eine der wenigen italienischen Städte ohne antike Wurzeln. L'Aquila wurde schnell reich durch den Handel mit Safran, der in den Abruzzen gewonnen wird, sowie durch Textil-, Leder- und Metallindustrie. Die Stadt musste im Laufe ihrer Geschichte schon mehrere schwere Erdbeben über sich ergehen lassen: in den Jahren 1315, 1349, 1461 und 1703. Besonders das schwere Beben 1703 zerstörte fast die ganze Stadt. Der Wiederaufbau danach kam einer archirektonischen Revolution gleich, denn der mittelalterliche Stadtkern wurde damals hochmodern durch einen barocken ersetzt. Gerade diese barocken Monumente waren es, die den Reiz der Stadt heute ausmachten und viele Kulturbegeisterte anzogen. Nach ersten Schätzungen von Kunsthistorikern und Architekten wird es mindestens zehn Jahre dauern bis das Centro Storico in alter Blüte erstehen kann.
Wikipedia: Erdbeben von L'Aquila