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Eindrucksvoll wird Aosta im Norden von dem mächstigen Gebirgskranz des Grand Combin umrahmt.
Und auch schon die Römer wussten die Lage zu schätzen, findet man hier doch eine gut erhaltene römische Stadtmauer mit 20 Türmen. Richtung Osten liegt man das ehemalige römische Stadttor, die Porta Pretoria mit einem doppelten Torbogen, und nördlich davon die Ruine des Römischen Theaters.

Allerdings sind von dem einstmals 20.000 Menschen fassenden Amphitheaters nur noch einige Bögen und Reste der Bühnenwand erhalten. Folgt man der Via Pretoria weiter entlang der Via Sant'Anselmo, findet man an ihrem Ende den mächtigen Triumphbogen, den Arco d'Augusto (25 v.Chr.).
25 v.Chr. wurde das Aostatal von den Römern erobert und das römische Aosta (Colonia Augusta Praetoria) als Schutzposten für die Route über den St. Bernhard gegründet. Bis in die heutige Zeit blieb der Große Sankt-Bernhard-Pass eine der wichtigsten Strecken zur Alpenüberquerung und somit die Bedeutung Aostas erhalten. Karl der Große legte die Via Francigena nach Rom durch Aosta.

Seit 1191 gehörte das gesamte Tal zu dem Herzogtum Savoyen, mit dem es zeitweise zu Frankreich als auch zu Italien gehörte. 1861 wurde es endgültig Italien zugesprochen, wobei sich die französischsprachige Bevölkerung widersetzte und die Region schließlich Autonomiestatus erhielt. Heute sind Italienisch und Französisch gleichberechtigte Sprachen.
Sehenswert sind in der Stadt noch die Chiesa Sant'Orso mit einem romanischen Kreuzgang aus dem 11. Jahrhundert. Unter der benachbarten Kirche San Lorenzo wurden die Grundmauern einer frühchristlichen Kirche aus dem 5. Jahrhundert freigelegt. Die Kathedrale Santa Maria Assunta findet man an der Place Chanoux an dem Platz, wo sich einst das Römische Forum erstreckte.
Von Aosta aus erreicht man nach zahlreichen Spitzkehren und Kurven den Großen Sankt Bernhard, dem zwischen Montblanc-Massiv und den Walliser Alpen liegenden wichtigen Alpenpass mit der italienisch-schweizerischen Grenze.
In der Umgebung Aostas findet man zahlreiche Burgen und Festungen (ca. 130 Stück), die einen der wichtigsten Alpenübergänge sichern sollten. Durch die bevorzugte Lage als Verkehrsknotenpunkt und Skiurlaubsgebiet, den klimatischen Vorzügen, die den Weinbau und Wandertourismus begünstigen, ist das Aostatal heute eine der wohlhabendsten Regionen Italiens.