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Multikulturelles Triest

Mit der Öffnung der EU nach Osten erlebte Triest, das in einer kleinen italienischen Küstenenklave von Slowenien umgeben wird, einen deutlichen Aufschwung zur Kultur- und Kongressstadt.

Blick vom Hafen auf Triest (Fototeca ENIT)

Die Stadt entstand bereits im 2. Jh. v.Chr. als römisches Tergeste, wurde aber im Mittalter häufig Opfer von Piratenüberfällen und venezianischer Besetzung, bis sich die Stadt 1382 unter die Herrschaft Leopolds von Österreich stellte. Die 500-jährige Zugehörigkeit zu Österreich ließ die Stadt erblühen, Handel und Schiffbau waren bedeutende Wirtschaftszweige. Bis heute ist der österreichische Einfluss in der Architektur und auch in den Speisekarten der Restaurants und Kaffeehäuser deutlich zu spüren.

Den schönsten Überblick über Triest erhält man, wenn man von der Piazza Goldoni über die große Freitreppe Scala dei Giganti zum Colle die San Giusto hinaufsteigt. Weit öffnet sich die Stadt entlang der Bucht Baia di Muggia auf einer Landspitze gelegen. 

Blick auf Triest (Fototeca ENIT)

Auf dem Hügel steht das Castello di San Giusto aus dem 15. und 16. Jh., in dessen Schlossmuseum man Waffen, Möbel, Gemälde und Wandteppiche dieser Zeit bewundern kann. Hier auf dem Hügel befand sich auch die römische Stadt, von der nur noch Überreste erhalten sind: Säulen des Forums, Reste des Capitolinischen Tempels und der römischen Gerichtshalle (Basilica) sowie rekonstruierte Kapitelle. Die Cattedrale San Giusto steht auf der Stelle eines ehemaligen römischen Tempels.

Canale Grande in Triest (Fototeca ENIT)

Einen Stadtbummel kann im Hafen am malerischen Canal Grande beginnen, der von herrlichen klassizistischen Gebäuden gesäumt wird. Entlang der Meerpromenade gelangt man zur Piazza dell'Unità d'Italia, die sich weit zum Meer hin öffnet und als der größte Platz Italiens gilt. Er ist das urbane Zentrum und wird von prächtigen Gebäuden gesäumt, darunter der Palazzo Lloyd Triestino, Sitz der als Österreichischer Lloyd 1883 gegründeten Schiffahrtsgesellschaft, der Palazzo del Governo mit einer prächtigen Jugenstil-Fassade und der Palazzo del Municipio (Rathaus).

Teatro Romano (Fototeca ENIT)

Hält man sich nun nach rechts, gelangt man in das Altstadtviertel Cavana. Hier befindet sich auch die älteste erhaltene Kirche Triests - San Silvestro - ein romanischer Bau aus dem 1. Jh. Man findet auch noch Reste der historischen Stadtmauer, die entlang der Via Donata verlief, mit den Toren Donata und Cucherna. Folgt man der Via del Teatro Romano, erreicht man das Römische Theater, das erst 1938 nach dem Abriss eines Stadtviertels wieder zum Vorschein kam.

In der Umgebung von Triest sollte man auf keinen Fall einen Besuch des Castello di Miramare verpassen, das herrlich auf einer Felsspitze ca. 5 km nordwestlich von Triest gelegen ist. Das Schloss wurde zwischen 1856 und 1860 von Erzherzog Ferdinand Maximilian von Österreich und seiner Gattin Charlotte von Belgien erbaut. Es bietet eine herrliche Innenausstattung und es lohnt sich auch ein Spaziergang durch den Park am Meer, der immer wieder fantastische Ausblicke bietet. 

Auch die Grotta Gigante lohnt einen Ausflug, sie gilt als eine der größten Tropfsteinhöhlen der Welt. Ihre Ausmaße sind so enorm, dass der Petersdom darin Platz finden könnte.

 

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