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Inmitten einer harmonischen Landschaft aus bewaldeten Hügeln, Getreidefeldern und Weinbergen liegt das malerische Urbino, einst Zentrum der Renaissance und Geburtsort des Malers und Baumeisters Raffael (1483–1520).

Schlendert man durch die Stadt, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, kann man die prächtige Architektur mit ihren Piazze, Kirchen und Palazzi entdecken und fühlt sich ins 16. Jahrhundert zurückversetzt. Verwinkelte, steile Gässchen mit vielen Werkstätten von Kunsttischlern, Goldschmieden, Steinmetzen, die bis heute im Stil und Handwerk der Renaissance arbeiten.
Herzog Federico II. da Montefeltro setzte sich mit dem mächtigen Palazzo Ducale und dem Ausbau der Stadt zu dem Zentrum der Renaissance ein Denkmal. Hochgebildet und der Kunst verpflichtet rief er die besten Denker, Künstler und Schriftsteller seiner Zeit an seinem Hof zusammen, darunter Piero della Francesca, Luciano Laurana, Leon Battista Alberti und Francesco di Giorgio Martini. Der Bau des Palastes wurde 1465 begonnen und prägt bis heute als Inbegriff einer Residenz im Renaissance-Stil das Bild der Stadt. Vor dem Palast erhebt sich der beeindruckende Torrione della Data, in dem sich eine spiralförmige Treppe befindet, über die Fußgänger und Reiter ins höhergelegene Stadtzentrum gelangten. Im ersten Stock des Palastes befindet sich heute die Galleria Nazionale delle Marche, in der unter anderem zwei Gemälde von Piero della Francesca (Geißelung Christi und Die Madonna von Senigallia), Gemälde von Tizian und das Werk Die Stumme von Raffale gezeigt werden.

Nördlich des Palazzo Ducale schließt sich der Dom an, der nach schweren Beschädigungen nach einem Erdbeben 1789 danach im Stil des Klassizismus wieder neu aufgebaut wurde.
Ein Muss ist natürlich das Geburtshaus von Raffael, das einen wunderbaren Einblick gibt in die alltägliche Wohnkultur des 15. Jahrhunderts. Dort ist auch ein frühes Fresko des Künstlers zu bewundern, eine Madonna mit Kind. Zentrum der Stadt ist die Piazza della Repubblica unterhalb des Herzogspalastes, wo sich auch das mächtige Collegio Raffaello befindet.
Bis heute ist Urbino eine Stadt des Wissens und der Kunst geblieben, Sitz der Freien Universität, des Istituto Superiore per le Industrie Artistiche (ISIA), das im monumentalen ehemaligen Kloster Santa Chiara untergebracht ist, sowie der so genannten Scuola del Libro , die Studenten in Grafik und Gravierkunst ausbildet.
