Sie befinden sich hier: StartseiteRegionenToskanaFlorenz

Florenz - kostbare Perle im Tal des Arno

"Ich bin den ganzen Tag in Florenz herumgeschlendert, mit offenen Augen und träumendem Herzen. Sie wissen, das ist meine größte Wonne in dieser Stadt, die mit Recht den Namen la bella verdient. Wenn Italien, wie die Dichter singen, mit einer schönen Frau vergleichbar, so ist Florenz der Blumenstrauß an ihrem Herzen."

Heinrich Heine (1797-1856)

Blick auf Florenz und den Dom (Fototeca ENIT)

Wohl kaum eine andere Stadt steht so für Italien, für die Mischung aus Kunst, Kultur, Geschichte und Dolce Vita, wie Florenz. In einem weiten Tal des Arno liegt diese Perle mit einer schier unerschöpflichen Anzahl von Kunstschätzen und gleichzeitig die Wiege der Renaissance. Die Region wurde bereits im 8. Jh. v. Chr. von den Etruskern besiedelt, Anfang des 13. Jahrhunderts jedoch war die Stadt zum Mittelpunkt der italienischen Handelsmacht geworden. Mit der Familie der Medici an der Spitze - mit Cosimo, dem Älteren (Regierungszeit 1434-1464) und Lorenzo, dem Prächtigen (Regierungszeit 1469-1492) - wurde die Stadt als Republik zum bedeutenden Zentrum für Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft. Eine zweite kurze Blüte hatte Florenz, als es 1865- 1870 zur Haupstadt Italiens ernannt wurde. In dieser Zeit wurde das Stadtbild verändert, weil man Raum für die neuen Regierungsgebäude brachte. Dabei entstanden unter anderem die Ringstraßen an Stelle der ehemaligen Stadtmauern, entlang des Arno entstanden neue Straßen und der Piazzale Michelangelo wurde angelegt. Von dort aus hat man übrigens einen atemberaubend schönen Blick über Florenz. Heute ist Florenz eine pulsierende Stadt, die trotz der zahlreichen Touristen ihr Flair nicht verloren hat.

Palazzo Vecchio (Fototeca ENIT)

Die historische Altstadt, das centro storico, ist seit 1982 UNESCO-Weltkulturerbe. Im Antrag dazu begründeten die Florentiner, dass „jede Rechtfertigung hierfür lächerlich und unverfroren" sei, da sich in Florenz bekanntermaßen die „weltgrößte Anhäufung universell bekannter Kunstwerke“befinde... Mit der 1321 gegründeten Universität, dem Europäischen Hochschulinstitut und der Accademia delle Arti del Disegno, eine der ältesten Kunsthochschulen der Welt, verfügt die Stadt gleich über drei akademische Zentren ersten Ranges.

Zentrum der Stadt ist der Dom (Duomo S. Maria del Fiore), der zusammen mit seinem Campanile und dem Baptisterium eines der schönsten Architekturensembles der Welt darstellt. Die Bauwerke bekommen ihr einzigartiges Aussehen durch den weißen, grünen und roten Marmor, der beim Bau im Wechsel mosaikartig verwendet wurde. Der Dom wurde 1436 nach fast 150 Jahre währender Bauzeit geweiht, dessen achtseitige gewaltige Kuppel von Filippo Brunelleschi stammt. Er ist nach der Peterskirche in Rom und dem Mailänder Dom die drittgrößte Kirche in Italien. Vor dem Dom befindet sich das noch ältere romanische Baptisterium (1059-1128 erbaut), eine Taufkirche. Sehenswert sind neben der achteckigen Architektur die reliefgeschmückten Bronzetüren und die Mosaiken im Inneren. 

Uffizien mit dem Turm des Palazzo Vecchio im Hintergrund (Fototeca ENIT)

Politisches Zentrum der Stadt ist seit der Herrschaft der Medici die Piazza della Signoria mit ihrem Palazzo Vecchio und den Uffizien. Es lohnt sich, auf diesem majestätischen Platz in ein Café einzukehren und den Atem der Geschichte zu spüren. Hier befand sich das einstige Forum der Republik, hier versammelte sich die Bevölkerung bei wichtigen Entscheidungen, hier wurde auch 1498 Savonarola erhängt und verbrannt. In Erinnerung an dieses Ereignis kann man eine Steinplatte besichtigen, ca. 10 m vor dem großen Neptunbrunnen. Der Palazzo Vecchio stellte den Mittelpunkt der weltlichen Macht der florentinischen Republik dar, heute ist er das Rathaus. Er wurde 1299 erbaut und beherrscht mit seinem 94 m hohen Turm den Platz. Linkerhand des Eingangs steht eine Kopie der wohl berühmtesten Plastik von Michelangelo, des Davids. Das Original kann man in der Galleria dell'Academia bewundern. In der ersten Etage des Palazzo Vecchio kann man den Saal der Fünhundert (Sala dei Cinquecento) besichtigen, der als Versammlungsort für die von Savonarola ins Leben gerufenen Ratsversammlungen diente. Sehenswert ist die Kassettedecke mit Darstellungen aus der florentinischen Geschichte und der Medici und die berühmte Marmorstatue Genius des Sieges von Michelangelo. Als langgestrecktes 'U' grenzen die Uffizien direkt an den Palast. Ehemals war es das Verwaltungsgebäude für die Ministerien des Großherzogtums, heute beherbergt es eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt. Es werden Gemälde florentinischer und oberitalienischer Maler gezeigt, sowie niederländische und altdeutsche Meister und eine Reihe von Skulpturen. Dazu zählen Werke von Botticelli, Lippi, da Vinci, Tizian, Raffael, Tintoretto, Caravaggio, Dürer, Cranach und Holbein. Es ist ratsam, für einen Besuch Eintrittskarten vorzubestellen.

Ponte Vecchio (Fototeca ENIT)

Geht man von den Uffizien in Richtung Süden, erreicht man nach wenigen Schritten den Arno und die Ponte Vecchio. Dies ist die älteste Brücke über den Arno, auf ihr wurden ab dem 13. Jh. Läden und Wohnungen errichtet, unter anderem für die Fleischer, die so ihre Abfälle leicht in den Fluss entsorgen konnten. Allerdings wurde der Gestank so übel, dass der Großherzog Ferdinand I. im Jahre 1593 anordnete, dass nur noch Goldschmiede auf der Brücke wohnen durften, und so ist es bis heute geblieben.

Am Südufer des Arno trifft man dann auf den Palazzo Pitti, ein gewaltiges Bauwerk, das das Symbol für den Machtanspruch der Medici während ihrer Herrschaftszeit war. Heute beherbergt es zahlreiche Museen, darunter die berühmte Galleria Palatina, die Galleria d'Arte Moderna und das Museo del Costume. Der Palazzo liegt in den Boboli-Gärten, einer herrlichen Parkanlage aus dem 16. Jh. mit Grotten, Springbrunnen, Statuen und Rabatten - ein hervorragender Ort um nach den Museumsbesuchen Ruhe und Stille zu genießen. 

Florenz ist auch ein hervorragender Ort, um einzukaufen, schließlich nahm die italienische Mode in den 50er Jahren des 20. Jh. hier ihren Ursprung, und bis heute ist der Modesektor neben dem Tourismus der wichtigste Wirtschaftszweig. Ein guter Ausgangspunkt für eine Shopping-Tour ist die Piazza della Republica mit ihren Cafés und Modeboutiquen. Geht man von dort aus nach Westen erreicht man die Via dei Tornabuoni, die Luxusmeile der Stadt mit zahlreichen exklusiven Geschäften, Palästen und Cafés. Hier steht auch der Palazzo Strozzi, der als der schönste Renaissance-Palast der Stadt gilt. Die meisten Juweliere findet man rund um die Ponte Vecchio. In den Straßen entlang des Arno, zwischen den Brücken Grazie und Carraia, sind vor allem die Kunsthandwerker ansässig.
 

Volltextsuche



Hotelsuche

Toskana im Hotelführer